Gesetzliche Unfallversicherung

Studierende stehen während ihrer Aus- und Fortbildung an Hochschulen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie an einer staatlich anerkannten Hochschule immatrikuliert sind. Hierzu zählen auch Diplomanden und Doktoranden, wenn sie ihre Diplomarbeit fertigstellen bzw. die Promotion vorbereiten.
Der Versicherungsschutz beginnt mit dem Tage der Immatrikulation und endet mit dem Ausscheiden aus der Hochschule (Examen, Promotion, Exmatrikulation), spätestens jedoch am Semesterende.

Was ist versichert?

Bei der Beurteilung des Versicherungsschutzes kommt es darauf an, ob die Tätigkeit, die zum Unfall führt, dem organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule zuzurechnen ist. Zwischen Aus- und Fortbildung an der Hochschule und der Tätigkeit der Studierenden muss ein direkter räumlicher und zeitlicher Zusammenhang bestehen.
Versicherungsschutz besteht auch auf den direkten Wegen von und zur Hochschule. Private Unterbrechungen oder Umwege aus persönlichen Gründen, etwa ein Einkauf, sind nicht versichert. Genaue Auskunft hierzu erteilt Ihnen die Unfallkasse.

Informationsflyer der GUV-SI 8083  

Beispiele:
•    der Besuch von Vorlesungen und Seminaren
•    der Besuch von Universitätsbibliotheken
•    die Teilnahme an Repetitorien und Exkursionen ins In- und Ausland, nur wenn sie von der Hochschule geplant und durchgeführt werden
•    die Teilnahme am Hochschulsport
•    die Mitarbeit in der studentischen Selbstverwaltung

Nicht versichert sind z. B.:
•    Studienarbeiten außerhalb der Hochschule, etwa Lerngruppen oder Selbststudium zu Hause
•    privat organisierte Studienfahrten
•    Repetitorien bei privaten Anbietern
•    Private Unterbrechungen der Wege zur Hochschule oder zurück nach Hause
•    Umwege aus privaten Gründen
•    private Aktivitäten auf dem Gelände der Hochschule, beispielsweise der Mensabesuch


Ob Versicherungsschutz besteht, prüft die Unfallkasse im jeweiligen Einzelfall, daher ist eine andere Bewertung nicht ausgeschlossen.

Unfallversicherung bei Auslandsfahrten

Informieren Sie sich rechtzeitig vor dem Auslandsaufenthalt bei der Unfallkasse und sorgen Sie gegebenenfalls privat vor.

Informationsflyer der GUV-SI 8060

Was ist nach einem Unfall zu tun?

Egal, ob Unfall im In- oder Ausland, benachrichtigen Sie so schnell wie möglich die Unfallmeldestelle (s. Menüpunkt Unfallmeldestelle) der jeweiligen Hochschule. Dort wird der Unfall der Unfallkasse Thüringen gemeldet.
Teilen Sie Ihrer behandelnden Ärztin bzw. dem behandelndem Arzt mit, dass es sich um einen Unfall im Zusammenhang mit dem Besuch einer Hochschule handelt.

Informationsflyer der GUV-SI 8003

Versicherungsschutz während eines Praktikums innerhalb des Studiums bzw. bei einem praxisintegrierten dualen Studium

Bei Praktika während des Studiums besteht in der Regel kein unmittelbarer Einfluss der Hochschule oder der Fachhochschule auf die Art und Weise der Durchführung sowie auf den Ablauf der Praktika. Die Studierenden gliedern sich während des Praktikums in den Betriebsablauf des Unternehmens ein und sind dort als Beschäftigte unfallversichert. Unerheblich ist dabei, ob das Praktikum in den Studien- oder Prüfungsordnungen zwingend vorgeschrieben ist oder freiwillig geleistet wird. Zuständig ist der Unfallversicherungsträger, des Praktikumsunternehmens. Die Unternehmen tragen die Kosten des Versicherungsschutzes mit ihren Beiträgen zur Unfallversicherung.

Praxisintegriertes duales Studium
Während der berufspraktischen Phasen der praxisintegrierten dualen Studiengänge in den Betrieben sind die Studierenden in aller Regel zu arbeitnehmertypischen Arbeitsleistungen verpflichtet, sie werden in den Betrieb eingegliedert und sind weisungsgebunden. Im Gegenzug erhalten sie zumeist eine monatliche Vergütung. Unter diesen Voraussetzungen sind die Studierenden in der Praxisphase als Beschäftigte des Praktikumsunternehmens zu bewerten. Damit besteht in der Praxisphase Versicherungsschutz über den Unfallversicherungsträger des Praktikumsbetriebes.
Während des Studiums an der Hochschule oder Fachhochschule besteht dagegen Versicherungsschutz bei der Unfallkasse.

Beachte:
Eine andere Beurteilung des Versicherungsschutzes und der Zuständigkeit für die Praxisphasen in abweichend gestalteten Einzelfällen ist nicht ausgeschlossen. In Zweifelsfällen muss der Sachverhalt durch die zuständige Hochschule vorab mit der Unfallkasse geklärt werden. Diese wird prüfen, ob die Praxisphase im Verantwortungsbereich der Hochschule stattfindet und sie dafür zuständig ist.

Siehe auch Freizeitunfallversicherung für Studierende.

Unfallmeldestelle
Hochschule Unfallmeldestelle
Duale Hochschule Eisenach Heike Etzholz
Raum 204.1
Tel. 03691–629470
etzholz(at)ba-eisenach.de
Fachhochschule Erfurt Solveig Kosak, Carina Thieme
Altonaer Str. 25 Haus 7 / EG
Tel. 0361–6700111
information(at)fh-erfurt.de
Mo, Do 9.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 15.00 Uhr,
Di 9.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.00 Uhr
Fr 9.00 - 12.00 Uhr
Universität Erfurt Doreen Kranhold
Verwaltungsgebäude, Raum 0136
Tel. 0361–7375334
doreen.kranhold(at)uni-erfurt.de
Duale Hochschule Gera INFOtake Jena
Technische Universität Ilmenau ASC Ilmenau
Ernst-Abbe-Hochschule Jena INFOtake Jena
Friedich-Schiller-Universität Jena INFOtake Jena
Hochschule Nordhausen Karl Böttcher
Campus Haus 14 / 14.0003
Tel. 03631–420242
boettcher(at)fh-nordhausen.de
Hochschule Schmalkalden Dipl.-Ing. (FH) Heike Dörfel-Fehlau
Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit Dörfel und Partner
Waldhausstr. 14
98574 Schmalkalden
Tel. 03683–405618
Fax 03683–405622
Mobil 01704437435
Bauhaus-Universität Weimar INFOtake Weimar
Hochschule für Musik Weimar INFOtake Weimar
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