Fachtag bestärkt Offene Arbeit in Kitas des Studierendenwerks Thüringen
03.03.2026
Wie kann Offene Arbeit in Kindertageseinrichtungen gestaltet und gelebt werden, sodass sie den Bedürfnissen der Kinder noch besser entspricht? Dieser Frage widmete sich der Fachtag „Der rote Faden in der Offenen Arbeit – Zwischen Freiheit ermöglichen und Verantwortung übernehmen“, den das Studierendenwerk Thüringen für seine pädagogischen Fachkräfte am 27. Februar veranstaltete. Eingeladen waren außerdem Kooperations- und Netzwerkpartner*innen, z. B. das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, die Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales Jena sowie Jugendämter.
Bei einem Impulsvortrag vermittelten Nicole Dreesen und Sascha Bauer, beide vom Netzwerk Offene Arbeit Deutschland, dass Offene Arbeit dort gelingt, wo Selbstbestimmung und Freiheit von Kindern verantwortungsvoll begleitet wird. „Offene Arbeit ist weit mehr als ein Raumkonzept oder die Umgestaltung von Gruppenräumen zu Funktionsbereichen. Sie ist eine grundlegende, machtsensible pädagogische Haltung. Kinder brauchen Selbst- und Mitbestimmung ebenso wie verlässliche Beziehungen, Orientierung und Schutz. Freiheit und Sicherheit sind dabei keine Gegensätze, sondern bilden gemeinsam das Fundament professioneller Pädagogik – getragen von einer kritisch-reflexiven Professionalisierung und dialogischer Beziehungsgestaltung“, so Dreesen.
Im Anschluss setzten sich die pädagogischen Fachkräfte mit Möglichkeiten auseinander, die Offene Arbeit verstärkt in den Kindertageseinrichtungen des Studierendenwerks Thüringen umzusetzen. In Workshops beschäftigten sie sich beispielsweise mit der Rolle der Leitung, der Zusammenarbeit mit Eltern und der Umsetzung mit unter Dreijährigen. Viele praxisnahe Impulse für ihre alltägliche Arbeit konnten die Kolleg*innen mitnehmen.
„Der Fachtag hat eindrücklich gezeigt, wie wesentlich Struktur und Sicherheit in der Offenen Arbeit sind – sowohl für die Kinder als auch für die Teams. Verlässliche Absprachen, klare Zuständigkeiten und transparente Abläufe schaffen den Rahmen, in dem Orientierung und Vertrauen wachsen können. Erst auf dieser Grundlage wird echte Offene Arbeit möglich: Ein pädagogischer Raum, der Freiheit zulässt, weil er Sicherheit gibt“, fasste Sascha Böhme, Leiter der Kita Seidelhaus in Jena, seine Eindrücke des Fachtags zusammen.
Stefanie Gohlke, Mitarbeiterin und Qualitätsbeauftragte in der Kita Campus-Kinderland in Erfurt, sagte: „Der Fachtag zur offenen Arbeit hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie zentral eine konsequent kindorientierte Haltung für unseren Kita-Alltag ist. Offene Arbeit bedeutet nicht nur geöffnete Türen, sondern geöffnete Denkweisen: Wir schaffen Bildungsräume statt Gruppenräume. Diese Haltung leben wir in unserem Team – immer mit der Intention, Qualität aus fachlicher, pädagogischer sowie aus Sicht der Kinder weiterzuentwickeln“.
Die Offene Arbeit ist Teil der pädagogischen Konzeptionen aller Kindertageseinrichtungen des Studierendenwerks Thüringen. „Der Fachtag hat dazu beigetragen, die Haltung der pädagogischen Fachkräfte zur Offenen Arbeit zu stärken, die Kita-Teams dort abzuholen und anzuknüpfen, wo sie aktuell in ihrem Prozess in der Öffnung standen und dabei das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt zu behalten“, resümierte Manuela Graul, stellvertretende Abteilungsleiterin Soziales im Studierendenwerk Thüringen.
Nicole Dreesen und Sascha Bauer, beide vom Netzwerk Offene Arbeit Deutschland, referierten vor dem Fachpublikum © Studierendenwerk Thüringen
Torsten Schubert, Geschäftsführer des Studierendenwerks Thüringen, und Manuela Graul, stellvertretende Abteilungsleiterin Soziales, eröffneten den Fachtag © Studierendenwerk Thüringen
Impression aus einem der Workshops in der Kita Landgrafenstieg in Jena © Studierendenwerk Thüringen