Mensaneubau in Erfurt: Studierendenwerk Thüringen schafft langfristig Versorgungs- und Begegnungsort 

Aktueller Planungsstand und Nutzungskonzept vorgestellt


29.01.2026

Mit großem Interesse haben sich die Studierenden am 21. Januar 2026 über den aktuellen Stand der Planungen für den Mensaneubau auf dem Campus der Universität Erfurt informiert. Das Studierendenwerk Thüringen stellte gemeinsam mit dem Planungsteam, ATP architekten ingenieure, die architektonischen Entwürfe vor, die die neue Mensa als zentralen Ort für Versorgung, Austausch und studentisches Leben schaffen sollen.

Der Neubau wird auf dem Campus in der Max-Weber-Allee zwischen Bibliothek und Forschungsbau entstehen. Vorgesehen ist ein zweigeschossiges, teilunterkellertes Gebäude mit Mensa, Cafeteria, Produktionsküche, Servicestellen und Verwaltungsbereichen, die allesamt barrierefrei zugänglich gemacht werden. Die Gäste sollen sich schnell im Gebäude zurechtfinden. Die ebenerdige Anordnung der Küchenlager fördert die soziale Nachhaltigkeit, da kurze Wege zwischen Lagerung, Speisezubereitung und Ausgabetheken gewährleistet sind. Dies ermöglicht schnelle und effiziente Abläufe bei der Essensausgabe und trägt zugleich zu guten Arbeitsbedingungen für das Küchenpersonal bei.

Ein zentrales Element der Planung ist die Nutzung der Mensa als Lern-, Arbeits- und Begegnungsort. Dafür werden verschiedene Sitz- und Aufenthaltsbereiche geschaffen. Außerdem können die Gasträume mehrfach genutzt werden: Flexible Möglichkeiten zur thermischen Trennung erlauben es, einzelne Bereiche unabhängig voneinander zu nutzen. 

Gleichzeitig unterstützt das Konzept den Einsatz von Wärmerückgewinnungssystemen sowie eines intelligenten Energiemanagements. Nachhaltigkeit wird jedoch nicht nur beim Beheizen der Räume berücksichtigt, sondern spielt bei sehr vielen Überlegungen zum Mensaneubau eine wesentliche Rolle. U. a. soll die begrünte Dachfläche maximal mit Photovoltaikelementen ausgelegt werden. Es kommt Recyclingbeton zum Einsatz sowie Industrieparkett, das aus Industrieabfall hergestellt wird und nach einer entsprechenden Nutzungsdauer wieder aufbereitet werden kann. Das Gebäude bekommt eine langlebige Aluminiumfassade, die zu mindestens 80 % aus nachhaltigen Materialien besteht. „Die moderne, energieeffiziente Küchentechnik wird einen Quantensprung bedeuten und z. B. auf den Einsatz klassischer Frittierfette verzichten“, erklärt Torsten Schubert, Geschäftsführer des Studierendenwerks Thüringen.

Das gastronomische Konzept setzt auf eine zeitgemäße Versorgung, die flexibel den Wünschen angepasst werden kann. Die Mittagsversorgung wird u. a. aus einem vielfältigen veganen und vegetarischen Angebot bestehen. Eine Öffnung der Mensa ist ebenso am Abend denkbar. Für eine ergänzende Versorgung außerhalb dieser Öffnungszeiten, auch am Wochenende, wird die Einführung autonomer Systeme mit Getränken, Snacks und Backwaren geprüft.

„Wir freuen uns sehr über die große Resonanz auf diese Veranstaltung und das spürbare Interesse der Studierenden“, sagt Schubert. „Die vielen Fragen und Wortmeldungen zeigen, wie wichtig die Mensa den Studierenden ist“. Er betont die Rolle des Neubaus für das studentische Leben: „Mit dem Mensaneubau schaffen wir nicht nur eine moderne Hochschulgastronomie, sondern auch Räume für Austausch, Lernen und Beteiligung. Die Mensa soll ein Ort sein, an dem Studierende zusammenkommen, sich organisieren und Campusleben aktiv gestalten können“.

 

Räume zum Austausch auf dem Campus werden von den Studierenden gefordert

Und genau diesen Raum für Austausch und Begegnung forderten die Studierenden rund um die Veranstaltung ein. Sie machten ihr großes Interesse an der zukünftigen Gestaltung der Campusinfrastruktur bei einer Protestaktion deutlich und brachten zum Ausdruck, dass sie die voraussichtliche Schließung der Cafeteria Hörsaal 7 stört. Der Wunsch nach Aufenthaltsorten, an denen Lernen, Austausch und Begegnung möglich sind, ist dabei ein zentrales Anliegen der Studierenden.

„Wir verbringen gern Zeit auf dem Campus. Aber wenn uns dafür keine Räume mehr offenstehen, wird uns das nicht mehr möglich sein“, sagt der Student Benjamin Schick. „Für uns ist die Cafeteria Hörsaal 7 ein wichtiger Treffpunkt. Hier können wir uns austauschen, Referate vorbereiten, das Café International besuchen, einfach zusammen sein. Dafür gibt es kaum einen anderen Ort auf dem Campus. Deshalb sollte die Cafeteria kein Bonus sein, sondern eine Selbstverständlichkeit – ebenso der Kaffee zu günstigen Preisen“, so Schick weiter.

Vertreter*innen der Studierendenschaft betonten dabei, dass sich ihr Protest nicht gegen das Studierendenwerk Thüringen richte, sondern auf den Erhalt und die Weiterentwicklung studentischer Aufenthaltsorte ziele. „Wir wissen, dass Sie unter hohem finanziellen Druck arbeiten, weil das Land Ihnen die finanziellen Mittel gestrichen hat“, so Franziska Schmitt im Gespräch mit Jens Winkler, Leiter Hochschulgastronomie im Studierendenwerk Thüringen. „Es ist für uns ein positives Zeichen, dass Sie mit uns ins Gespräch kommen, dass Sie unsere Wünsche verstehen und teilen und nach gemeinsamen Lösungen suchen“. 

Geschäftsführer Torsten Schubert begrüßt die Aktion der Studierenden ausdrücklich: „Wir danken den Studierenden für den offenen Austausch. Der Dialog bestärkt uns darin, den Campus nicht nur als Ort der Versorgung, sondern auch als sozialen Raum weiterzuentwickeln.“ Der Sozialauftrag, Studierende mit einem warmen Essen ab 2 Euro zu versorgen, soll dabei weiterhin nicht beeinträchtigt werden. Aufgrund der gekürzten Landesmittel und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Zwänge können jedoch thüringenweit nicht alle bestehenden Cafeterien dauerhaft aufrechterhalten werden. Umso wichtiger ist es, mit dem Mensa-Neubau den Forderungen der Studierenden entgegenzukommen und langfristig einen zentralen Ort für Begegnung, Aufenthalt und studentisches Leben zu sichern.


Hintergrund zum Bauprojekt

Die Grundlage für den Mensaneubau wurde im Sommer 2024 mit der Übergabe eines Zuwendungsbescheids des Freistaats Thüringen über knapp 24,7 Millionen Euro gelegt. Studierende wurden während eines Thementags im Mai 2024 frühzeitig in die Planungen einbezogen und konnten ihre Wünsche und Anregungen einbringen. Diese fließen seitdem in den laufenden Planungsprozess ein. Die Entwurfsplanung liegt vor und die Baumaßnahmen sollen noch im laufenden Jahr beginnen. Die Inbetriebnahme der neuen Mensa ist für 2028 vorgesehen. 

Die Präsentation der Veranstaltung finden Sie hier.

Mensaneubau in Erfurt: Visualisierung des geplanten Neubaus

Ein erster Blick auf die neue Mensa: Visualisierung des geplanten Neubaus. Visualisierung: ATP architekten ingenieure


Informationsveranstaltung mit  Geschäftsführer Torsten Schubert stellt gemeinsam mit dem Projektteam den aktuellen Planungsstand vor.

Mensaneubau in Erfurt: Geschäftsführer Torsten Schubert (3. v. l.) stellt gemeinsam mit dem Projektteam den aktuellen Planungsstand vor. Foto: Studierendenwerk Thüringen


Die Studierenden Felix Heilemann, Benjamin Schick, Franziska Schmitt und Lukas Träger auf dem Campus während der Informationsveranstaltung

Wünschen sich Begegnungsräume auf dem Campus: die Studierenden Felix Heilemann, Benjamin Schick, Franziska Schmitt und Lukas Träger. Foto: Studierendenwerk Thüringen

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